Parkinson’s Law
Posted on 29. Nov, 2009 by Markus Schabel in Sonstiges
Über die Seite Common Sense 4 Common People bzw. deren Artikel The Law of Late Projects bin ich auf einen Artikel aus dem Archiv von The Economist gestoßen: Parkinson’s Law.
Das Gesetz kurz zusammengefasst lautet:
All work expands so as to fill all the time available for its completion.
Das Gesetz führt dies vor allem auf die “Beamtenexplosion” zurück, die durch 2 Faktoren induziert wird:
- Jeder Beamte möchte lieber Untergebene als gleichrangige Mitarbeiter haben.
Wenn ein Beamter überarbeitet ist (sei es durch echte Arbeit oder nur als Illusion), dann hat er 3 Optionen zur Verfügung: er kann kündigen (das wird allerdings kaum einer freiwillig tun), er kann versuchen einen gleichrangigen Mitarbeiter zu bekommen mit dem er die Arbeit teilen kann (das wir er allerdings auch nicht tun, da dies seine Chance auf Beförderung verringert) oder er kann versuchen Untergebene zu erhalten.
Nun ist es jedoch so, dass er mindestens 2 Untergebene braucht, weil wenn er nur einen Untergebenen hätte, dann wäre das im Prinzip mit einem gleichrangigen Kollegen gleichzusetzen.Früher oder später wird das Überarbeitungsproblem auch einen der Untergebenen treffen, sodass hier weitere 2 Untergebene angestellt werden. Der ursprünglich überarbeitete Beamte hat damit eine ganze Hierarchie unter sich aufgebaut, wodurch wiederum seine Chancen auf Beförderung gestiegen sind.
- Arbeit tendiert dazu, sich zu vervielfältigen.
Da nun mehrere Beamten das gleiche tun, was zuvor ein einziger getan hat, ist mehr Aufwand notwendig, um diese zu koordinieren. Wenn zum Beispiel der Chef irgendein Dokument bekommt, so wird er es einem seiner Untergebenen weiterleiten. Dieser kann nun behaupten, dass einer seiner Kollegen besser dazu geeignet ist, und das Dokument geht mit entsprechend immer mehr Memos im Kreis herum. Das führt dazu, dass weitaus mehr Leute weitaus länger brauchen, als wenn es gleich nur einer bearbeiten würde.
Das Gesetz wird durch statistische Daten aus der britischen Regierung bestätigt. Es wird statistisch gezeigt, das die Anzahl der Beamten pro Jahr um etwa 5% steigt. Das ganze wird auch durch entsprechende Formeln unterlegt.
Der Ursprungsartikel The Law for Late Projects zeigt uns quasi die erste Ableitung des Gesetzes:
Wenn ein Manager ein Projekt betreut, und dieses ohne Probleme in der vorgegebenen Zeit umgesetzt werden kann, so bedeutet dies, dass der Manager das Team nicht genügend getreten hat, da das Projekt auch weitaus früher hätte fertig sein können (der Manager hat daher versagt, weil er Geld der Firma vergeudet hat). Wenn nun ein wissender diesem Manager vor Projektbeginn mitteilt, das das Projekt auch ein Monat schneller umgesetzt werden kann, so wird der Manager diesen kürzeren Termin wahrhaben. Falls das Projekt trotzdem noch in der Zeit durchgeführt werden kann, hat der Manager natürlich noch immer versagt, weil das Projekt eventuell noch schneller hätte fertig werden können.
Es liegt daher im Interesse der Manager die Deadlines für das Projekt unrealistisch kurz zu setzen, sodass diese nicht eingehalten werden, weil der Manager so garantiert nicht versagen kann (weil das Team ja offenbar gemanaget werden muss, da es sonst die Termine erst gar nicht einhalten kann).
Die Ableitung von Parkinsons Gesetz ist daher wie folgt definiert:
Management will always try to make a project late.
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