Tauchsafari Rotes Meer – Nordtour/Wracktour
Posted on 06. Nov, 2009 by Markus Schabel in Tauchen
Wir haben uns zu viert (Christoph, Wolf, David und meine Wenigkeit) in den Herbstferien eine Woche Urlaub gegönnt und sind auf Tauchsafari nach Ägypten gegangen. Dabei haben wir eine Woche auf dem Schiff M/Y Blue Planet 1 aus der Blue Planet Liveaboards Flotte verbracht. Hier ein kurzer Urlaubsbericht:
Tag 1: Nach einem überfrühten Weckruf um 07:00 haben wir uns zum Frühstück gequält, um danach noch eine Stunde bis zum Auslaufen aus dem Hafen zu warten. Weitere eineinhalb Stunden Fahrzeit sind wir beim ersten Tauchplatz (Dolphins Reef) angekommen und waren kurz vor 11:00 im Wasser – das frühe Aufstehen war also ziemlich für die Fisch. Der Tauchgang selbst war schön -ein Checkdive in einem seichten Riff, die Sichtweite für ägyptische Verhältnisse eher gering und der Fischreichtum auch mäßig. Im Anschluss gemütliches Mittagessen (Fisch, sehr gut) und schlafen/lesen während der Fahrt zum nächsten Tauchplatz (Ghiannis D). Das ist das Wrack eines 1984 gesunkenen Holztransporters, zum Teil gut erhalten, zum Teil gar nicht. Das Tauchen durch den Maschinenraum war eher beengt aber eindrucksvoll, sonst auch hier keine besonderen Vorkommnisse. Im Anschluss gab es (guten) Kuchen und wieder eine schlafen/lesen Pause. Der letzte Tauchgang () war dann bereits ein Nachttauchgang, das Riff recht wenig besiedelt (viele Seesterne, sonst kaum etwas) und von den vielen Rotfeuerfischen die hier so typisch sind haben sich nur 2 gezeigt, und auch diese waren sehr statisch. Im Anschluss sehr trockenes Beef (von was für einem Tier auch immer, von der Konsistenz her tippe ich auf Kamel) und den Tag bei einem Bier und mehr oder weniger dummen Ideen (Tarier-und-Schub-Schackl) ausklingen lassen. Das Wetter bisher ziemlich bewölkt, kaum Sonne, sehr windig, nicht unbedingt ideales Badehosenwetter, da doch eher kühl (durch den Wind). Die Wassertemperatur mit 28 Grad ist jedoch sehr angenehm.
Tag 2: Nachdem wir zu absolut unchristlicher Zeit geweckt wurden – um 0530 – ging der early morning dive wieder zu einem Wrack (C…), ohne nenneswerte Sichtungen. Nach dem Frühstück sind wir zu Shaab Mahmoud weiter gefahren, wo wir dann beim Vormittags-Tauchgang das Wrack der Dunraven besucht haben – das war bei meiner ersten Safari mein erstes Wrack – in der Erinnerung weitaus eindrucksvoller als jetzt, aber trotzdem ein schöner Tauchgang – auch wenn sehr viele (übermäßig ausgestattete: Kameras, Doppelflaschen, etc.) andere Taucher eine James Bond Stimmung aufkommen haben lassen. Der Nachmittagstauchgang war ebenfalls in der Gegend, wobei wir das Riff betaucht haben – die Sicht ist noch immer recht bescheiden, auch hier keine besonderen Sichtungen, aber ein schönes Riff. Danach sind wir wieder weiter gefahren und haben wieder einen Nachttauchgang (The Alternatives) gemacht, wobei wir ein paar Blaupunktrochen sowie einen Adlerrochen (!) gesichtet haben. Im Anschluss wieder Abendessen, Dekobier und Bett. Das Wetter war heute jedenfalls durchgehend sonnig und mit wenig Wind, hab am Nachmittag einige Zeit in der Sonne gelesen und dabei ordentlich geschwitzt. Morgen geht’s dann noch früher los in Richtung Ras Mohammed und Thistlegorm…
Tag 3: Wir sind heute abnormal unchristlich geweckt worden – um 05:00 Ortszeit (mein Handy hat die Winterzeit automatisch gesetzt, da war’s also 04:00). Die ersten beiden Tauchgänge waren im Nationalpark Ras Mohamed (Shark Reef, Yolanda Reef), beides sehr schöne Drifttauchgänge, sehr schön bewachsene Riffe, also genau so wie ich das Rote Meer in Erinnerung habe. Gesichtet haben wir nur einen größeren Napoleon sowie einen großen Steinfisch. Danach ging’s weiter zur Thistlegorm, die überraschend wenig Boote angelockt hat – außer uns nur 3 andere Schiffe (die Tagesboote sind knapp vor unserer Ankunft verschwunden), sodass wir uns das Wrack ungestört ansehen konnten. Hat sich seit meinem letzten Besuch auch nicht verändert – die LKWs, Traktoren und Motorräder liegen immer noch gut erhalten in den Laderäumen. Den Dämmerungs-/Nachttauchgang am Wrack habe ich den Ohren zuliebe dann ausgelassen. Das Wetter war auch heute wieder sonnig und heiß, diesmal fast kein Wind.
Tag 4: Auch heute sind wir wieder mitten in der Nacht (also um 05:00) geweckt worden und haben dann den early morning dive wieder auf der Thistlegorm gemacht (es ist gar nicht so einfach sich um 22:00 daran zu erinnern was man zu derart nächtlicher Stunde gemacht hat). Wir hatten hier wieder Glück in der Zeiteinteilung und haben das Wrack allein betaucht. Anschließend ging es wieder weiter, wo wir das Wrack der … betaucht haben und den Tauchgang dann entlang des Riffs beendet haben. Sowohl das Wrack als auch das Riff waren sehr schön und üppig bewachsen, und da es recht seicht liegt haben wir erstmals in diesem Urlaub die 60-Minuten-Marke bezwungen (wobei ich meistens noch mit halbvoller Flasche aufgetaucht bin). Danach haben wir eine längere Fahrt (zurück über die Straße von Tiran?) gemacht und am Nachmittag das Wrack der … betaucht. Hier haben wir beim Hinfahren Delfine gesehen, und auch unter Wasser sind uns diese kurz begegnet (waren allerdings recht unwillig und gleich wieder weg). Hier habe ich mich auch an Christophs Kamera versucht und ein paar Unterwasserfotos geschossen. Der Nachttachgang war dann direkt unter dem Schiff, wo auch ein kleines namenloses Wrack lag, wobei wir ein paar Drachenköpfe gesehen haben. Danach haben wir noch die Nachbarboote beim Nachttauchen beobachtet, bei denen jeder Taucher ein Blinklicht hatte (das muss nerven). Das Wetter war heute auch wieder durchwegs wolkenlos, sonnig und windstill.
Tag 5: Wir sind auch wieder zu mitternächtlicher Stunde geweckt worden und haben einen schönen early morning dive gemacht, wobei wir in erster Linie einen großen Block bei der (erfolglosen) Suche nach einem Anglerfisch umrundet haben – dafür gab es aber einige Garnelen zu sehen. Der zweite Tauchgang war ebenso unspektakulär, und der dritte ein Drift-Tauchgang am Dolphin Reef, der allerdings keinerlei sehenswerte Dinge aufzuweisen hatte (bei unserer Ankunft waren aber immerhin 15 (!!!) andere Schiffe vor Anker). Davor waren wir ein bisschen schnorcheln, allerdings war das Riff auf der Windschattenseite sehr zerstört. Angesichts dessen haben wir alle auf einen Nachttauchgang verzichtet.
Tag 6: Inzwischen haben wir uns fast an die unchristlichen Weckrufe (gemeint sind damit die early morning dive “Auferstehungen”, nicht irgendwelche islamischen Vorbeter) gewöhnt, dennoch haben wir uns wie üblich total verschlafen zum Briefing zusammengefunden. Der Tauchgang ging in eine kleine Höhle (nett, aber nix drin) über einen größeren Block (wo ich zum zweiten Mal in meiner Tauchkarriere Seenadeln gesehen habe – gleich ein ganzes Pack) dem Riff entlag. War ein schöner Tauchgang. Den zweiten (und zugleich letzten) Tauchgang habe ich dann ausgelassen. Am Nachmittag haben wir dann den Hafen erreicht (weil uns einer bereits heute verlassen musste) und werden hier bis morgen Abend – also bis zum Heimflug verweilen, eventuell mit einem kurzen Abstecher nach Hurghada hinein…
Tag 7: Sehr mühsam, wir waren den ganzen Tag im Hafen und sind um 17:00 von dort abgeholt und am Flughafen gebracht worden. Haben den Tag also faul mit lesen und schlafen (mehr lesen, wenn man nicht taucht ist man auch nicht so müde) verbracht – leider sind wir eben im Hafen gewesen, sonst hätten wir wenigstens schnorcheln gehen können. Der Flug ging dann pünktlich um 19:50 weg (davor halt wieder das typisch ägyptische Flughafengerummel) und wir sind dann um Mitternacht beim Auto gewesen – dann noch 4 Stunden fahrt und endlich wartet das heimische Bett…
Die Bilder sind großteils von unserem Guide Ashraf Hassanin, ein paar haben wir auch selbst geschossen (was man auch deutlich erkennen kann).





















































